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Königsgala 2013 in Füssen

 

Alle Jahre wieder… kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch der Termin für die Königsgala in Füssen. Schon als das Musical Ludwig² dort noch im Festspielhaus gespielt wurde, stand am Wochenende um den 25. August, dem Geburtstag König Ludwigs, immer etwas Besonderes auf dem Programm, z. B. zusätzliche Konzerte, Feierlichkeiten um das Theater herum oder Feuerwerk auf dem See. Diese Tradition haben Janet Chvatal und Marc Gremm, die sich in Füssen kennen gelernt haben und in der Nähe des Festspielhauses leben, in den letzten Jahren weiter gepflegt.

 

Immer Ende August wird eine Konzertgala mit wechselnden Gästen geplant, organisiert und durchgeführt. In diesem Jahr hatten sie sich Jon Goldsworthy, der den Ludwig im ersten Musical „Sehnsucht nach dem Paradies“ verkörpert hatte, und Jan Amman, Ludwigdarsteller im Stück „Ludwig²“, der außerdem auch wie Ludwig am 25. August Geburtstag hat, eingeladen. Somit fand im August ein Drei-Königs-Treffen statt (was für die „Kaiserin“, wie sie am Abend zugab, ein ganz besonderes Vergnügen war).

 

Das Programm einer Gruppe Musicalfans begann schon nachmittags. Zuerst besuchten wir den Baumkronenweg in Füssen-Ziegelwies. Beim dortigen Walderlebniszentrum wurde in Höhe von über 20 m ein Weg über die Baumkronen gebaut. Mehrere feste Plattformen sind mit teilweise recht wackeligen hängenden Stegen verbunden. Nichts für Leute mit Höhenangst, aber ein toller Ausblick über die Landschaft und den Lech, der zu dieser Zeit noch gletschereisblau unter uns schimmerte.

 

Im Anschluss daran trafen wir uns zu Kaffe und Kuchen im Festspielhaus. Leider meinte Petrus, er müsse ausgerechnet in der Zeit, als wir von den verschiedenen Parkplätzen dorthin unterwegs waren, seine Wassereimer ausschütten. Je nach Größe des Schirms oder Widerstandsfähigkeit der Regenjacke kamen wir entweder vom Knie abwärts oder aber von oben bis unten durchnässt an der Bar an. Einige der Mitarbeiter dort waren gerade dabei, die Sonnenschirme aus dem Unwetter zu retten und waren ebenfalls klatschnass, So sah man dann Personal und Besucher triefend, teils in Socken und teils barfuss, hin und her huschen – egal, im Nachhinein wird das wieder mal eine nette Erinnerung sein – „Weißt du noch…“.

 

Während der Kaffeestunde eröffnete uns dann Matthias, der das Nachmittagsprogramm organisiert hatte, dass wir im Anschluss die Gelegenheit hätten, eine Weile bei der Generalprobe zuzusehen. DANKE MATTHIAS! Dieser Einblick in das Abendprogramm machte wahrlich Appetit auf mehr. Zum Glück hatte der Regen nachgelassen. So hatten wir die Gelegenheit, nochmals kurz in unsere Unterkünfte zurück zu gehen, uns „trocken zu legen“ und für den Abend umzuziehen.

 

„Leb deinen Traum und träume nicht dein Leben“. Mit einem Ausschnitt dieses Liedes aus ihrer neuen CD eröffneten Janet und Marc die 6. Königsgala. Der zunächst leere Hintergrund füllte sich nach und nach mit Bäumen im Vordergrund und der Kulisse mit Balkonen und Eingangsportal im Hintergrund. „Sisi“ Janet war anfangs alleine vorne, und nach und nach betraten die „Könige“ Marc, Jon und Jan die Bühne.

 

Nach „The Impossible Dream“ (Jon und Marc) kamen die Lieder aus den Ludwig-Musicals zum Zuge: Freundschaft, besungen von Jan und Marc – ich liiiiebe Männerduette – gefolgt von „Holde Kunst“(Jon), „Sisis Liebeslied“ (Janet) und „Kalte Sterne“ von Jan. Da gab es dann zum ersten Mal ganz frenetischen Applaus und Standing Ovations. Ich vermute mal, dass an diesem Tag neben den „alten“ Ludwig-Liebhabern auch viele Gäste den Weg nach Füssen gefunden hatten, die in erster Linie wegen Jan gekommen waren, der ja seit seiner Zeit als König in Füssen enorm an Popularität dazu gewonnen hat. Im weiteren Verlauf des Konzerts haben aber wohl auch die eingefleischten Jan-Fans die anderen Akteure ins Herz geschlossen, zumindest meine ich das aus dem Beifall schließen zu können.

 

Der letzte „Ludwig“-Titel war „Rosenkavaliere“, den Janet sehr emotional präsentierte. Da fällt ihr am Schluss die Rose, zu Eis gefroren, aus der Hand, und ich fragte mich, wer die wohl nachher von der Bühne entfernen würde. Jan grübelte „Warum Gott (kam ich zurück nach Manderley)“, und danach sang Marc die „Musik der Nacht“ – und plötzlich wurde die Rose am Boden wieder gebraucht. Sehr schön gemacht. Als letzten Titel des ersten Konzertteils hörten wir „Brennende Herzen“ von der neuen CD. Draußen hatte der Regen fast ganz aufgehört, und so konnte man während der Pause wieder einmal den wunderbaren Blick über den Forggensee zum Schloss Neuschwanstein genießen (oder ein Gläschen Sekt).

 

Der zweite Teil des Abends wurde mit dem dritten Titel der neuen CD eingeleitet. „Einsam bin ich in meinem Königsmantel“. Janet erklärte, welche Szenerie sie sich bei diesem Titel vorgestellt hatten: Ludwig weiß, dass er in Kürze abgeholt und abgesetzt werden wird, flüchtet sich in seinen Schlitten (ja, es war Juni, hier ist ein wenig Fantasie gefragt) und denkt über seine Vergangenheit und die Zukunft nach.

 

Nach „Don’t cry for me Argentina“ und „Come what may“ (Janet und Jan) zeigten die Herren ihre „be-swingte“ Seite: Alle drei zusammen philosophierten lässig „That’s life“, und Jon sang „But the world goes round“ Dann war jedoch wieder Musical dran: „Stern“ aus „Les Miserables“ (Marc), „Wie kann ich sie lieben“ (Jon) und „Die unstillbare Gier“ (Jan). Als großer Fan des Musicals „Les Miserables“, das 2007 kurze Zeit in Füssen gespielt wurde, hätte ich mir da gaanz dringend eine Zeitmaschine gewünscht.

 

Nun hörten wir von Janet und Marc den Titel „Leb deinen Traum“, der ja schon als Einleitung und quasi als Motto des Abends angeklungen war, komplett. Und wieder wurden die Kulissen wunderbar eingesetzt. Der See in der Bühnenmitte, vorne die Baumsilhouetten, und im Hintergrund das Gebäudefragment aus der „König Technik“-Szene. Dieser Hintergrund passte auch wunderbar zu „Die Schatten werden länger“ mit Jan als Tod und Jon als Rudolf.

 

Hatte ich schon erwähnt, dass ich Männer-Duette liebe? Noch schöner sind jedoch Männer-Terzette, und so war für mich „Bring him home“ einer der Höhepunkte des Abends. Die Herren sangen dieses innige Gebet in einer dreistimmigen Version, die ziemlich ähnlich auch in London als Zugabe zur Feier des 25jährigen Jubiläums des Musicals zur Aufführung kam. (Wo ist meine Zeitmaschine?)

 

Der Schluss einer Königsgala war bisher immer das Finale aus Ludwig², so auch dieses Mal. Da würde ich jedes Mal gerne aufstehen und mitsingen. Nachdem die Labels der Anzüge geprüft waren, wurde es König Jon erlassen, wie früher ins Wasser zu gehen, und auch sonst war keiner bereit, das zu tun (außer dem „Schwanenführer“ im Neopren-Anzug.

 

Wir hatten wieder einmal eine wunderschöne Gala mit tollen Stimmen, schönen Kostümen und abwechslungsreichen Hintergrundbildern erlebt. Dass ein Beamer, der wegen des nachmittäglichen Gewitters leider nicht mehr funktionsfähig war, nicht wie geplant weitere Projektionen liefern konnte, hätten die Zuschauer nicht gemerkt, wenn Janet es nicht erwähnt hätte. Es ist so schön, wenn dieses tolle Haus und die schlummernden Kulissen wenigstens von Zeit zu Zeit wieder zum Leben erwachen.

 

Dass Janet und Marc im nächsten Jahr wieder auf dieser Bühne zu sehen sein werden, hatten Insider schon vermutet, aber auch den beiden Gästen scheint es an ihrer alten Wirkungsstätte gefallen zu haben, denn beide sagten spontan zu, bei der nächstjährigen Gala wieder mit dabei zu sein. Hoffentlich kommen da keine anderen Verpflichtungen dazwischen. Marc riet den Zuschauern, schon mal vorsichtshalber ihre Namen auf die Stühle im Zuschauerraum zu schreiben. Wer also den Termin dieses Jahr verpasst hat – am 23. August 2014 gibt es eine neue Gelegenheit.

 

Im Anschluss an die Gala gab’s vor der Bar noch die obligatorische Autogrammstunde. Janet bat vorweg um Verständnis, dass sie bei so vielen Anwesenden nicht viel Zeit für jeden Einzelnen haben würden, denn sie sollten so zeitig fertig sein, dass Jan seinen Geburtstag nicht mit Autogramme schreiben beginnen müsse. Trotzdem kamen letztendlich fast alle Autogrammjäger zum Zuge, denn die vier Akteure begrüßten, lächelten und schrieben im Eiltempo. Hier nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Darsteller, dass sie sich nach einem Nachmittag mit Proben und einem anstrengenden Konzertprogramm noch bis spät in die Nacht Zeit für ihre Gäste nehmen.

 

Bericht von Andrea Herter

 

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